Finger weg vom Bambusbecher?


Für Mensch und Umwelt schädlich
Finger weg vom Bambusbecher?

Mehrwegbecher aus Bambus sind nicht nur schick, sie gelten auch als nachhaltig und umweltschonend. Kaffeetrinker nutzen sie deshalb immer häufiger als Alternative zu Einmalbechern. Doch die Stiftung Warentest äußert jetzt Bedenken.

40 000 Tonnen Kaffee-Becher-Müll im Jahr

Rund 2,8 Milliarden Einwegbecher verbrauchen die Deutschen im Jahr. Das sind 40 000 Tonnen Müll, die auf Straßen und in der Natur landen, rechnet die Stiftung Warentest vor. Eine gute Alternative für Kaffeeliebhaber sind deshalb Mehrwegbecher. Und die gibt es von bunt und lustig bis edel in den vielfältigsten Designs aus dem beliebten Naturstoff Bambus.

Schadstoffe statt Natur pur

Doch Kaffeetrinker erweisen weder sich noch der Umwelt einen Dienst, wenn sie zu den Bambus-Mehrweg-Bechern greifen. 12 Becher hat die Stiftung Warentest untersucht – und konnte in allen Bechern neben dem Naturstoff Bambus auch Melaminharz nachweisen. Melaminharz befindet sich auch in Kindergeschirr und Küchenutensilien und ist zunächst nicht gefährlich. Wird es jedoch auf Temperaturen über 70°C erhitzt, lösen sich Formaldehyd und Melamin aus dem Material. Auf diese Weise gelangen die Schadstoffe auch im Kaffee, wenn man das heiße Gebräu in die melaminharzbelasteten Bambusbecher füllt.

In 4 der 12 getesteten Becher war dies bereits nach der dritten Befüllung mit 70°C heißer, Kaffee-imitierender Flüssigkeit der Fall, in 3 weiteren nach sieben Befüllungen. Das ist bedenklich, denn sowohl Melamin als auch Formaldehyd gelten als potenziell gesundheitsschädlich: Melamin soll Blasen- und Nierenerkrankungen verursachen, Formaldehyd reizt Augen und Haut und gilt zudem als krebserregend.

Gibt´s eine Mehrweg-Alternative?

Doch nicht nur gesundheitliche Schäden drohen laut Stiftung Warentest. Die Bambusbecher sind aufgrund des Melaminharzes nicht biologisch abbaubar. Die Becher verrotten also nicht, sie müssen verbrannt werden, monieren die Tester. Wer umweltschonend und schadstofffrei trinken will, greift besser auf den guten alten Metallbecher zurück, rät die Stiftung Warentest. Ab der 50. Verwendung sei dieser als nachhaltig anzusehen – vorausgesetzt, man spült ihn umweltschonend in der Spülmaschine.

Quelle: Stiftung Warentest

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